Herzlich willkommen bei den Schiedsrichtern im KFV Stormarn

"Die Leistung eines Schiedsrichters ist mit irdischen Gütern nicht zu bezahlen." Mit den Worten des ehemaligen Bundesliga-Schiedsrichters Walter Eschweiler im Hinterkopf haben es sich die Schiedsrichter im Kreisfußballverband Stormarn zum Ziel gesetzt, ihre Leistung stetig zu fördern und zu steigern, denn "wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein". Trotzdem kann und wird man sicherlich immer über Schiedsricher-Entscheidungen zu diskutieren haben, da aus verschiedenen Blickwinkeln die Entscheidungen häufig ganz verschieden aussehen.

Diese Internetseite soll ein Teil der Leistungsförderung und -entwicklung sein. Viele für uns Schiedsrichter interessante Informationen sind abrufbar. Der nächste Lehrabendtermin wird bekanntgegeben, zusätzlich kann man seine Regelkenntnis mit den im KFV Stormarn herausgegebenen Regeltesten schulen und vieles mehr. Du möchtest Schiedsrichter werden? Alle Informationen zum Anwärterlehrgang bekommst du auf dieser Seite, ebenso findest du deine Ansprechpartner in den Vereinen. Viel Spaß beim Besuchen unserer Internetpräsenz.

Herzlichst,

Vorsitzender des Schiedsrichter-Ausschusses



03.12.2016
 

Mitternachtsturnier in Lübeck

Am 19.11.2016 waren fünfzehn Stormarner Schiedsrichter noch spät im Einsatz. Beim Mitternachtsturnier, ausgerichtet von unseren Schiedsrichterfreunden aus Lübeck, trat die sportliche Auswahl unserer Kreisschiedsrichter gegen sechs andere Schiedsrichtermannschaften an.

Anpfiff der ersten Partie war um 23.00 Uhr, so dass sich die Stormarner Mannschaft um 22 Uhr vor der Halle in Lübeck traf. Dadurch war noch genug Zeit für ein gekonntes und professionelles Aufwärmen und, was am wichtigsten war, für das Verteilen der maßgeschneiderten und schönen Trikots. So waren die Schiedsrichter nicht nur sportlich, sondern auch modisch ganz vorne dabei! Dieser und der nächste Absatz haben vielleicht etwas versteckte Ironie...

Um 23:00 Uhr begann schließlich das Turnier und die Schiedsrichter aus Stormarn durften gleich das erste Spiel bestreiten. Wie auch nicht anders zu erwarten, schossen die Stormarner das erste Turniertor und gingen früh mit 1:0 in Führung. Aber ein Spiel geht ja bekanntlich 90 Minuten, beziehungsweise 10 Minuten in diesem Fall, und nur wenige Minuten vor Schluss, fingen sich die Stormarner durch einen Abwehrfehler noch vier Gegentore, so dass sie sich am Ende 1:4 geschlagen geben mussten. Glück für die anderen, Stormarn war eindeutig das technisch versiertere Team und verlor unglücklicherweise wegen eines kleinen Abwehrfehlers...
Nach der Auftaktniederlage stand die Aufarbeitung der Fehler auf dem Plan. Dabei ging jeder zunächst auf seine Weise vor. Die einen suchten Trost am Handy, andere vertieften sich in ablenkende Gespräche und wieder andere stärkten ihre Fähigkeiten mit einem hopfenhaltigen Wundertrunk.
Kurz vor dem zweiten Spiel kamen alle aber zu einer vertiefenden Ansprache zusammen und bereiteten sich auf das zweite Spiel vor.

Das zweite Spiel verlief jedoch ganz anders als es geplant und gewünscht war, unabhängig von der sportlichen Leistung, weswegen es nun ernst gemeint zugeht. Nach gut drei gespielten Minuten wurde unsere Torhüterin und Schiedsrichterkollegin Filiz unglücklich im Gesicht getroffen und musste anschließend mit dem Krankenwagen ins Uniklinikum Lübeck gebracht werden. Glücklicherweise hat sie sich trotz der schweren Verletzung von einer notwendig gewordenen OP gut erholt.

Nachdem sich die Stormarner Mannschaft zum Weiterspielen entschlossen hatte, verloren sie noch das zweite sowie das dritte Spiel. Danach wendete sich jedoch das Blatt und durch gute Leistungen aller Beteiligten gelang eine Siegesserie von drei Spielen in Folge. Daher konnten sich die Spieler aus Stormarn bei der Siegerehrung um ca. 4:00 Uhr über einen verdienten vierten Platz, einen Pokal und ein Fass Bier freuen.

Stimmungstechnisch waren die Stormarner aber unangefochtener Sieger des Abends, da kein anderes Team so unterhaltsam und lautstark für Unterstützung sorgte.

Text: Simon Küstermann, Fotos: Julian Weigert


08.09.2016
 

Schiedsrichterpraxis mal anders - künftige Fußballprofis in Stormarn

Am Donnerstag den 18.08.2016 kam es auf dem Gelände des SV Eichede zu einem besonderen Fußballhighlight. Beim jährlichen Blitzturnier der C-Jugend (U15) in Eichede standen sich die Mannschaften vom Hamburger SV, SV Werder Bremen, Borussia Dortmund, Arsenal London und dem SV Eichede gegenüber. Spannende Spiele waren also vorprogrammiert.

Natürlich konnte dieses Turnier nicht ohne Schiedsrichter stattfinden. Daher trafen sich elf Schiedsrichter des Stormarner Förderkaders und die beiden zuständigen Lehrwarte bereits um 11:45 Uhr auf dem Gelände des SV Eichede. Nach einem gemeinsamen Mittagessen ging es an die Vorbereitung für die Schiedsrichter. Im Fokus standen an diesem Tag zwei Themen. Da mit Arsenal ein internationaler Gast vertreten war, lernten die Schiedsrichter in der ersten Hälfte der Vorbereitung englische Fußballbegriffe, da Kommunikation für den Schiedsrichter mit das Wichtigste auf dem Platz ist. So konnte gewährleistet werden, dass auch mit den Spielern und Zugehörigen von Arsenal kommuniziert werden konnte und ein gegenseitiges Verständnis herrschte. Die zweite Hälfte der Vorbereitung stand ganz im Zeichen von der Zusammenarbeit des Schiedsrichters und seinen Assistenten. Denn für einige Schiedsrichter war es das erste Mal, dass sie statt Assistent nun Gespannführer waren. Durch Rollenspiele und Diskussionen erarbeiteten die Schiedsrichter, worauf es beim „gemeinsamen“ Pfeifen ankommt.

Um 16.30 Uhr startete schließlich das Turnier vor rund 450 Zuschauern und bei bestem Wetter. Durch die Rotation innerhalb der Schiedsrichter leitete jeder Schiedsrichter ein Spiel selbst und assistierte bei weiteren an der Linie. Jeder Einsatz der Schiedsrichter wurde Schiedsrichterbeobachtern beobachtet und im Anschluss direkt besprochen. Alles in allem boten die Schiedsrichter eine mehr als überzeugende Leistung, aber auch die Mannschaften überzeugten mit hochklassigem Fußball.

Im anschließendem Interview mit Olaf Gehrken, dem Vorsitzenden des SV Eichedes, verriet dieser, dass das Turnier „eine rundum gelungene Geschichte war“. In Hinsicht auf die Rolle der Schiedsrichter erzählte er, dass „es häufig noch eine Trennung von Schiedsrichtern und Fußballern gibt und dass beide Seiten näher zusammen gebracht werden sollten. Möglichkeiten dafür wären zum Beispiel gegenseitige Videoanalysen, um das Verständnis zu fördern. Auf jeden Fall ist es das Ziel des SV Eichede, Spieler und Schiedsrichter näher zusammen zu bringen.“

Am Abend klang das Turnier bei einem gemeinsamen Essen aller Mannschaften und der Schiedsrichter aus. Auch Schiedsrichterobmann Björn Gustke bilanzierte zufrieden: „Die Förderkader-Schiedsrichter des Kreises haben heute gezeigt, dass sie zurecht in diesem Kader sind. Der ein oder andere kann, wenn er den nötigen Ehrgeiz mitbringt, noch weit kommen.“ Auch für ihn endete der Lehrgang positiv gestimmt: „Der Tag war für alle Beteiligten sehr anstrengend, aber jeder nimmt für sich etwas Wichtiges für die eigene Karriere mit.“

Text: Simon Küstermann, Fotos: Jan Magnus Kramp


26.08.2016
 

Auch Schiedsrichter haben Freunde

Tralau Bei einem A-Klassen Fußballspiel stand eine Gruppe von zehn Zuschauer beisammen und feuerten den Schiedsrichter an. Auch gab es mal Kritik von der Gruppe. Man wunderte sich schon, warum nicht eine der beiden Teams angefeuert wurde. Dann kam das „Geheimnis“ heraus: Schiedsrichter Robert Schildmeier (VfL Tremsbüttel) wurde zu seinem Junggesellenabschied abgeholt. Aber zuerst musste der 35 jährige noch das torreiche Spiel (4:6) über die Bühne bringen, was er auch sehr gut machte. „Etwas überrascht war ich schon“, äußerte er sich. Und zuerst auch verwundert, dass seine Freunde „diesem Spiel beiwohnten“. In zwei Wochen will er seine Bianca zum Traualtar führen. Am Samstag ging es erst einmal nach Bargteheide zum gemeinsamen Essen. Dann fuhr die Gruppe nach Lütjensee zur Beach – Party. Es war auch gut, dass Robert Schildmeier kein Spiel am Sonntag hatte!

Text & Foto: Klaus Unger, erschienen im Nordsport/SHFV-Magazin am 22.08.2016


26.07.2016
Susann Kunkel berichtet

Eindrücke der Europäischen Polizeimeisterschaften der Frauen in Prag

Anfang April erreichte mich ein Anruf des DPSK (Deutsches Polizeisportkuratorium) und man bat mich Deutschland als Schiedsrichterin bei der Polizeieuropameisterschaft im Juni in Prag zu vertreten. Bedingung hierfür war, dass man in der höchsten Frauenspielklasse des Landes pfeifen darf. Ohne lange zu zögern, sagte ich zu.

Gespannt was und vor allem wer mich dort erwartet, reiste ich gemeinsam mit der deutschen Auswahl nach Prag.

Schnell stellte sich heraus, dass das Niveau der eingesetzten Schiedsrichter sehr beachtlich war. Neben zwei jungen Polizeibeamten aus Amsterdam, einem Assistenten aus der 1. Tschechischen Liga, waren außerdem zwei Fifa-Schiedsrichterinnen aus Tschechien, eine Fifa-Schiedsrichterin aus England sowie ein Fifa-Schiedsrichter und Fifa-Assistent aus Dänemark eingesetzt.

Nach dem Anreisetag erwartete ich mit Spannung die ersten Ansetzungen. Ich hatte lediglich eine Vorstellung des Spielniveaus der deutschen Mannschaft, da mir einige Spielerinnen aus der 1. und 2. Frauenbundesliga bekannt waren. Vor den ersten Spielen besprachen wir gemeinsam noch die Regeländerungen und die „Big Points“ der Spielleitungen. Alles natürlich auf Englisch.

Mein erstes Spiel sollte auch das erste Spiel des Turniers überhaupt sein: Tschechien – Großbritannien. Das Spiel war schnell für Tschechien entschieden (Entstand 4:1). Die Spielerinnen stellten mein Team und mich nicht vor große Anforderungen. Lediglich zwei knifflige Entscheidungen (Notbremse ja/nein, Handspiel vor einer Torerzielung ja / nein) hatte ich zu treffen.


Eröffnungsspiel Tschechien – Großbritannien

Am Abend jedes Spieltages trafen wir uns zur Analyse der einzelnen Spiele. Zum Teil stand uns hierfür Videomaterial zur Verfügung. Es wurden dabei auch Unterschiede zwischen Fifa und DFB deutlich. Die Fifa möchte z.B. eine sehr reduzierte Gestik ihrer Schiedsrichter sehen. Gesten, die bei uns normal sind, z.B. nach einer Torerzielung, sind nicht erwünscht und können auch missverständlich wirken. Da ich nicht nur als Schiedsrichterin, sondern auch als Assistentin und 4. Offizielle zum Einsatz kam, hatte ich die Möglichkeit zu sehen, wie andere zum Teil international tätige Schiedsrichter/innen auf dem Platz agieren.

Da wir drei Tage am Stück jeweils zwei Spiele am Tag hatten, war ich sehr froh, dass der Freitag dann spielfrei war. Den Tag nutzte ich um mit der deutschen Delegation und Auswahl die geschichtsträchtige Prager Botschaft zu besuchen. Sehr freundlich wurden wir von den Mitarbeitern und dem Botschafter selbst empfangen. Ein Dokumentarfilm über die Ereignisse im Jahr 1989, eine Führung durch die Räumlichkeiten, den Garten und den „Genscher-Balkon“ werde ich nachhaltig in Erinnerung behalten. Der Tag wurde dann noch mit einem Bummel durch die Prager Altstadt abgerundet.


Die deutsche Mannschaft und Delegation mit dem Botschafter vor dem „Genscher“-Balkon im Garten der Botschaft

Am darauffolgenden Wochenende standen dann noch die Finalrunde und die Platzierungsspiele an, die geprägt waren von dem Satz der lieben Fifa-Assistentin und Gastgeberin, Lucie Ratajova: „The Germans always win“. Sie behielt Recht. Das Turnier wurde souverän von der deutschen Mannschaft gewonnen.


Halbfinale zwischen Frankreich und Tschechien mit dem Schiedsrichter Alexander Bos (NL) und Jakob Bille (DN)

Auch für mich war das Turnier ein absoluter Gewinn. Das Turnier war mit 9 Spielen in 5 Tagen körperlich und mental fordernd. Meine Englischkenntnisse konnte ich verbessern und ich durfte meine ersten Erfahrungen als Schiedsrichterin mit dem Headset auf dem Platz machen. Ganz nebenbei lernte man natürlich diverse interessante Menschen, Polizeibeamte, Sportlerinnen und Schiedsrichterkollegen aus ganz Europa kennen. Ein tolles Erlebnis!

Wer weitere Eindrücke inkl. Videos und Bilder bekommen möchte, kann die Seite www.policefootball.com besuchen.

Susann Kunkel, SV Eichede

Fotos zur Verfügung gestellt von Susann Kunkel


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